Körper im LIchtschein

Der Tod wich nicht zurück. Er wurde verschlungen.

Jürgen Ferrary
21. April 2026

Vor ein paar Tagen hatten wir alte Freunde zu einem „italienischen Abend“ eingeladen. Es war ein Geburtstagsgeschenk: gutes Essen, sanfter Italo-Pop und viel Zeit zum Genießen. Und wie so oft, wenn man sich lange kennt, landeten wir schnell bei Erinnerungen.

Wir kennen uns seit der Schulzeit. Da gibt es viel zu erzählen. Irgendwann sagte jemand: „Wenn ich so zurückdenke, was wir alles gemacht haben, dann merke ich, wie alt wir geworden sind.“ Und nach einer kurzen Pause kam noch ein Satz hinterher: „Und so richtig viel Zeit haben wir ja gar nicht mehr …“

Dieser Gedanke bleibt hängen. Nicht mehr lange, und die Rente klopft an die Tür. Der Körper meldet sich jetzt schon öfter als früher. Und irgendwann steht unausweichlich die Frage im Raum: Was kommt danach? Oder anders gefragt: Hat der Tod wirklich das letzte Wort?

Schon lange bevor Jesus am Kreuz starb und auferstand, spricht der Prophet Jesaja einen erstaunlichen Satz: „Der Tod wurde verschlungen vom Sieg“ (Jesaja 25,8). Eine gewaltige Aussage – gerade aus einer Zeit heraus, in der der Tod allgegenwärtig war.

Jesaja wusste, dass er sterben würde. Und doch spricht er davon, dass der Tod nicht das Ende ist. Mit Jesus wird diese Hoffnung zur Realität. Durch seinen Tod und seine Auferstehung erfüllt sich, was vorher kaum vorstellbar war.

Dabei ist bemerkenswert, wie radikal die Bibel darüber spricht. Der Tod wurde nicht nur geschwächt. Nicht nur zurückgedrängt. Nicht einmal einfach „besiegt“ im Sinne eines vorläufigen Sieges. Nein – er wurde verschlungen.

Dieses Bild ist stark. Es beschreibt etwas Endgültiges. Etwas, das nicht mehr zurückkommt.

Und gleichzeitig erleben wir doch, dass der Tod hier auf der Erde noch real ist. Er schmerzt. Er macht Angst. Unsere Körper werden älter, zerbrechlicher. Verlust gehört weiterhin zu unserem Leben. Das alles wird nicht klein geredet.

Aber die Macht des Todes ist gebrochen. Für die, die zu Jesus gehören, hat er seinen Anspruch verloren. Was sich wie ein endgültiges Ende anfühlt, ist in Wirklichkeit zu einer Tür geworden.

Der Apostel Paulus bringt es später so auf den Punkt: „Wenn dies geschieht – wenn unsere vergänglichen, irdischen Körper in unvergängliche, himmlische Körper verwandelt sind – dann wird sich das Schriftwort erfüllen: »Der Tod wurde verschlungen vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?«“ (1. Korinther 15,54–55). Und das sagt ein Mann, der selbst wusste, wie nah der Tod sein kann.

Was Gott in seinen Sieg aufnimmt, das gibt er nicht wieder frei. Es wird nicht zurückgedreht, nicht relativiert, nicht irgendwann wieder in Frage gestellt. Der Sieg über den Tod steht.

Das verändert die Perspektive. Nicht nur irgendwann am Ende unseres Lebens, sondern schon jetzt. Es nimmt dem Tod den Schrecken, auch wenn er noch spürbar ist. Es gibt Hoffnung, wo sonst nur Angst wäre.

Vielleicht ist das kein Gedanke, mit dem du dich jeden Tag beschäftigst. Aber es ist ein Gedanke, der trägt – gerade dann, wenn es ernst wird.

Eine kleine Herausforderung für heute: Wenn dich der Gedanke an Vergänglichkeit oder Tod streift, schieb ihn nicht sofort weg. Bleib einen Moment stehen. Benenne deine Angst – und stelle ihr bewusst die Hoffnung gegenüber, die in Jesus liegt. Sprich sie dir selbst zu.

Denn der Tod hat nicht mehr das letzte Wort.

Sei gesegnet!

„Am Ende wird alles gut. Und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende“ (John Lennon).

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